• Hauptfriedhof Mannheim, Bildrechte: Petra Kupka
    🪦Franz von Davans (1818–1895) ist heute vielleicht nur noch wenigen Mannheimern ein Begriff. Sein Grab auf dem Mannheimer Hauptfriedhof erzählt jedoch von einer ungewöhnlichen Gesellschaft, die über viele Jahrzehnte zum gesellschaftlichen und kulturellen Leben der Stadt gehörte.
    Im Jahr 1839 gründete Davans gemeinsam mit Freunden die „Räuberhöhle“ – eine Mannheimer Herrengesellschaft, deren Name auf Friedrich Schillers Drama Die Räuber zurückgeht. Was zunächst der Pflege geselliger und heiterer Zusammenkünfte diente, entwickelte sich zu einem festen Bestandteil des bürgerlichen Lebens der Stadt. Die Gesellschaft veranstaltete bereits in ihren frühen Jahren Maskenzüge und wurde später zu einem Treffpunkt von Künstlern, Kaufleuten und angesehenen Bürgern.
    Davans war ihr „Hauptmann“. Eine zum 50-jährigen Bestehen 1889 geprägte Medaille erinnert an ihn und trägt die bezeichnenden Worte: „Einigkeit, Freundschaft, Frohsinn“.
    Noch 1929 wurde die Räuberhöhle als ein Ort beschrieben, an dem sich die Mannheimer „Intelligenz“ versammelte. Zu ihren Mitgliedern gehörten Angehörige bedeutender Mannheimer Familien ebenso wie Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Kultur.
    So steht auf dem Grabmal heute schlicht:
    „Die Räuberhöhle ihrem Gründer und Hauptmann Franz v. Davans“
    Ein Denkmal für einen Mann – und zugleich für ein Stück Mannheimer Gesellschaftsgeschichte des 19. Jahrhunderts.
    Vielleicht ist genau das die schönste Seite alter Gräber:
    Manchmal bewahren sie nicht nur die Erinnerung an einen Menschen, sondern auch an eine ganze Welt, die längst vergangen ist. 🪦
  • Alter Friedhof Landsberg, Bildrechte: Petra Kupka

    🌹“Die Menschen haben schöne Dinge über Dich zu sagen – aber Du musst zuerst sterben“.

    Dieser Satz von Dostojewski trifft wirklich einen wunden Punkt.

    Oft warten wir viel zu lange mit dem, was eigentlich gesagt werden sollte.

    Wir sprechen Anerkennung aus bei Trauerfeiern, wir erzählen von den guten Eigenschaften eines Menschen, wenn wir am Grab die Hände seiner Angehörigen schütteln.

    Vielleicht sollten wir den Menschen um uns herum schon heute sagen, was wir an ihnen schätzen. Denn die schönsten Worte über einen Menschen gehören nicht auf seinen Grabstein. Sie gehören in sein Leben.

    „Memento Mori“ erinnert uns an die Endlichkeit.

    „Memento Vivere“ erinnert uns an die Verantwortung, die darin liegt.

    Nicht irgendwann zu leben, sondern heute.

    Nicht irgendwann zu danken, sondern heute.

    Nicht irgendwann zu lieben … sondern HEUTE.🌹